Wirecard – Auf dem Weg zu 200 Euro

Die Wirecard Aktie befindet sich weiterhin auf Berg und Talfahrt nachdem die Financial Times Anfang Februar erstmals über mögliche Geldwäsche und Bilanzierungstricks einer Tochtergesellschaft in Singapur berichtete. Wirecard hatte von Anfang an alle Vorwürfe bestritten und kooperiert laut eigener Aussage von Anfang an „vollumfänglich mit den Behörden“.

Der CEO Martin Braun riet Anlegern sich „komplett auf die operative Performance“ des Unternehmens zu konzentrieren und deutete schon vor zwei Wochen an, dass „das Ergebnis der internen Überprüfung war, dass die Vorwürfe ganz klar entkräftet wurden“. Der Abschlussbericht der mit einer Untersuchung durch Wirecard beauftragten Rechtsanwaltskanzlei Rajah & Tann entlastete das Unternehmen dann auch. Es gibt keinerlei Hinweise auf interne Karussellgeschäfte ohne wirtschaftliche Grundlage oder einen Ansatz von Korruption im Unternehmen. Es müssen lediglich zwei Bilanzpositionen in Höhe von 5,5 Millionen Euro korrigiert werden, was angesichts eines Jahresumsatzes von über 2 Milliarden Peanuts sind.  

Im Anschluss feuerte die Financial Times erneut los und bemängelte, dass Wirecard extrem viel Geschäft über externe Bezahldienste abwickle. Das Geschäft mit Lizenzpartnern soll 2018 931 Millionen Umsatz betragen haben, was fast der Hälfte des Jahresumsatzes von 2,1 Milliarden entspricht. Unter den Partnerfirmen sind auch „merkwürdige“ Unternehmen wie Online Pornoseiten und Glückspielbetreiber. Laut Dokumenten, die der FT vorliegen sollen, schätzt Wirecard diese Geschäfte als zu sensibel ein, um diese selbst abzuwickeln.  Zuletzt berief sich die Zeitung auf interne Dokumente, welche belegen, dass Wirecard in Asien in den letzten Jahren 50% der Umsätze und fast den gesamten Gewinn mit lediglich drei Partnern erzielt hatte.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrmals Anschuldigungen von diversen Medien und Short Sellern. Bisher waren immer sämtliche Anschuldigungen vom Unternehmen abgeprallt, auch die seit Februar von der FT in den Raum gestellten Scheinbuchungen und Karussellgeschäfte haben sich als unwahr herausgestellt.

Seit gestern beruhigen sich die Anleger weiter, da bekannt wurde der japanische Internetriese Softbank bei Wirecard einsteigen wird. Softbank verwaltet mit seinem Vision Fund etwa 100 Milliarden Dollar und gilt als der größte Venture Capital Funds weltweit. Nun soll eine Wandelanleihe von Wirecard im Volumen von 900 Millionen Euro gezeichnet werden. Diese kann in fünf Jahren zu einem Bezugspreis von 130 Euro in Aktien von Wirecard getauscht werden. Eine Angabe zur Zinshöhe machte das Unternehmen nicht. Neben dem Investment wird Softbank Wirecard beim Markteintritt in Südkorea und Japan unterstützen.

Heute legte das Unternehmen gute Zahlen zum Geschäftsjahr 2018 vor. Der Gewinn je Aktie stieg von 2,07 auf 2,81 Euro je Aktie. Das EBITDA erreichte 561 Millionen Euro nach 410 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg deutlich um etwa ein Drittel von 1,49 auf 2,02 Milliarden Euro. Auch der Cashflow erhöhte sich deutlich auf 500 Millionen nach 376 Millionen im Vorjahr. Die Dividende wird von 0,18 auf 0,2 Euro angehoben. Auch für 2019 rechnet Wirecard mit einem weiteren starken Wachstum. So soll der operative Gewinn EBITDA auf 740 bis 800 Millionen anziehen. Der Ausblick wurde somit bestätigt. Operativ fährt Wirecard weitere Rekordergebnisse ein. Wir betonten seit Wochen, dass die Aktie sich nachhaltig erholen wird und zugekauft werden sollte.

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