Leoni – Vor dem Rebound

Bildquelle: Leoni AG

Der Automobilzulieferer für die Produkte Kabel, Drähte und Bordnetzsysteme Leoni hat die Anleger mit einer weiteren Gewinnwarnung schockiert und die Dividende gestrichen. Der neue Vorstandsvorsitzender Aldo Kamper will nun insbesondere die Boartnetzsparte auf Vordermann bringen. Nach einer kurzfristigen Erholung auf den Schock fällt der Aktienkurs wieder ab.

Letzte Woche schockierte Leoni die Märkte mit einer weiteren Gewinnwarnung. Bereits im Oktober 2018 mussten die Prognosen gesenkt werden, da der chinesische Automarkt sich nicht so robust entwickelt wie erwartet. Jetzt begründet Leoni die erneut verfehlen Erwartungen mit Problemen in der Boardnetzsparte wie höheren Anlaufkosten für das neue Werk in Mexiko sowie nicht erreichten Kostensenkungszielen. Folglich wird das 2018er EBIT statt 196 nur 144 betragen. Für 2018 wird keine Dividende ausgeschüttet und auch die Mittelfristziele bis 2020 werden nicht erreicht werden.

Jedoch wird der seit kurzem amtierende CEO Aldo Kamper nun aufräumen. Das interne Berichtssystem soll optimiert werden und der Vorstand wird sich nun selbst um die Boarnetzsparte kümmern. Positiv ist zudem, dass der Free Cashflow auch in Zukunft auf demselben Niveau erwartet wird, da die Investitionen zurück gehen. Dieses Jahr wird ein positives EBIT von mindestens 100 Millionen erwirtschaftet werden. Es könnte jedoch sein, dass neue Vorstand tief stapelt um die eigene Arbeit im Anschluss besser dazustellen.

Der Aktienkurs fiel nach der Meldung von 32 auf knapp über 19 Euro ab. In den folgenden Handelstagen erholte sich dieser wieder auf fast 25 Euro. Seit einer Woche geht es wieder rückwärts auf derzeit etwa 21,50. Bereits in 2015 hatte das Unternehmen mehrmals die Prognosen gesenkt. Damals lag es wie jetzt an Problemen in der Sparte Wiring Systems. Der Kurs fiel, ähnlich wie jetzt, von 65 auf 25 Euro um sich anschließend zu erholen. Auch wenn das Geschäft von Leoni margenschwach ist und nun zwei magere Jahre anstehen ist die Kursreaktion übertrieben. Wir empfehlen vor diesem Hintergrund die Aktie zu kaufen.  

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