United Internet – Kursrückgang trotz ordentlicher Zahlen

Bildquelle: United Internet AG

United Internet ist einer der führenden Internet- und Mobilfunkkonzerne in Deutschland. Unter der Holding sind Marken wie der TK Anbieter 1&1 Drillisch, die Webportale GMX und web.de oder der Domaindienst Strato vereint.

In 2018 ist der Umsatz um 22% auf 5,1 Milliarden gestiegen. Dies lag zum Teil an Übernahmen wie der von Drillisch oder dem Webhosting Anbieters Strato von der Deutschen Telekom. Bereinigt um diese betrug das Umsatzwachstum nur 10%. Der Betriebsgewinn stieg um 23% (bereinigt 11%) auf 1,2 Milliarden Euro zu. Für das laufende Jahr wird sich das Wachstum abschwächen. United rechnet nur noch mit einem Umsatzplus von vier Prozent und einem Zuwachs beim Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von acht Prozent. Bei mittlerweile fast 24 Millionen Kunden hat das Unternehmen auch eine gewisse Marktdurchdringung erreicht, was das weitere organische Wachstum erschwert.

Zukäufe haben leider nicht immer nur positive Auswirkungen auf das Ergebnis. Die Beteiligungen an Rocket Internet und Tele Columbus bereiteten zuletzt häufig Probleme. Alleine im letzten Jahr musste der 28,5% Anteil an Tele Columbus um mehr als die Hälfte auf 312 Millionen abgeschrieben werden. Spannend wird es bei der Dividende, denn die Tochter 1&1 Drillisch bietet derzeit für Frequenzen im 5G Bereich. Hier läuft derzeit die Auktion, und die gesamten Gebote liegen bereits bei über einer Milliarde Euro. Der deutsche Staat rechnet in der Auktion, welche noch mehrere Wochen andauern kann, mit Einnahmen von gesamt 3 bis 5 Milliarden Euro. Sollte United eine oder mehrere Frequenzen erhalten, benötigt das Unternehmen viel Geld für den Aufbau der 5G Infrastruktur. Dann wird die Dividende symbolische 5 Cent betragen. Falls keine Frequenz ersteigert wird, sollen 85 bis 90 Cent je Aktie ausgeschüttet werden. Bei einem Gewinn je Aktie von etwa 2 Euro entspricht dies einer Ausschüttungsquote von etwa 40 Prozent. Die Aktie ist mit einem KGV von 16 günstig bewertet und die Dividendenrendite im zweiten Fall erscheint passabel. Der Kursrückgang um über 6% erscheint nicht gerechtfertigt.

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