SMA Solar – Im Abwärtsstrudel gefangen?

Bildquelle: SMA Solar AG

Das führende Unternehmen für Wechselrichter zum Einsatz in Photovoltaikanlagen SMA Solar hat katastrophale Zahlen für 2018 vorlegen müssen. Nachdem in 2017 noch ein Gewinn von 30 Millionen Euro zu Buche stand fiel der Verlust für 2018 mit 176 Millionen Euro deutlich höher aus als erwartet. Das EBIT verschlechterte sich von 97,3 auf 69,1 Millionen Euro. Die Verkaufte Wechselrichter-Leistung lag mit 8,5 Gigawatt zwar auf Vorjahresniveau, jedoch verringert sich der Umsatz aufgrund von internationalem Preisdruck durch die chinesischen Konkurrenten von 891 auf 761 Millionen Euro. Pro Aktie ergibt dies einen Verlust von 5,06 Euro nach einem Vorjahresgewinn von 87 Cent.

Nachdem das Unternehmen bereits im Januar vor niedrigeren Umsätzen und einem Verlust gewarnt hatte ist dies grundsätzlich nicht überraschend, jedoch deutlich schlechter als von den Anlegern erwartet. Probleme bereitet der Markteinbruch in China, welcher seit Mai 2018 ins Stocken geriet, nachdem die dortige Regierung einen langsameren Ausbau der Solarenergie im eigenen Land vorschrieb und die Förderungen massiv verkürzte.

Auch für das laufende Quartal rechnet SMA mit einem weiteren Umsatzrückgang auf 160 bis 170 Millionen Euro nach 183 Millionen in 2018 und mit einem Verlust auf EBITDA Basis bis zu 5 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2019 sollen sich die Umsätze jedoch wieder auf 800 bis 880 Millionen Euro erhöhen.  Der CEO des weltgrößten Modulbauers Jinko hatte zuletzt vermeldet mit einer starken Erholung der Photovoltaik Nachfrage in China zu rechnen, da die nationale Energiebehörde Pläne für ein neues Ausschreibungssystem präsentiert hat und wahrscheinlich zeitnah neue Großprojekte ausschreiben und genehmigen wird.

Trotz des relativ optimistischen Ausblicks wurde die Aktie abgestraft. Es hat nicht geholfen, dass das Unternehmen eine solide Eigenkapitalquote von 43%, eine Nettoliquidität von 306 Millionen Euro aufweist und zusätzlich über eine ungenutzte Kreditlinie inländischer Banken in Höhe von 100 Millionen Euro verfügt. Der Konkurrenzdruck aus China sowie die Qualität der dortig produzierten Wechselrichter sollte weiter zunehmen. Obwohl die Aktie von über 63 Euro Mitte letzten Jahres auf 18,50 gefallen ist bietet sich ein Kauf unserer Meinung nach derzeit nicht an.

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