SLM Solutions – Erneute Übernahmefantasie?

Bildquelle: SLM Solutions AG

Der 3D Druck Spezialist SLM Solutions ist noch deutlicher als die meisten anderen Technologieaktien unter die Räder gekommen. Der Aktienkurs notierte mittlerweile bei unter 6 Euro – und damit ist das Unternehmen nur noch bei einem Bruchteil der ehemals 50 Euro wert und seit unserem letzten Artikel um weitere 15% gefallen.

Es ist etwa zwei Jahre her, als General Electric (GE) SLM zu 38 Euro je Aktie übernehmen wollte. Damals kaufte sich der aktive Hedge Funds Elliot mit 20% am Unternehmen ein und blockierte die Übernahme um noch mehr Geld rauszuholen. Das Ende ist bekannt: GE erhielt nicht 75% der Aktien angedient, stockte das Angebot nicht auf und Elliot hat sich richtig verspekuliert. Sie halten die Aktien an SLM immer noch.

Operativ lief es bei SLM alles andere als rund. So führten mehrere Gewinn- und Umsatzwarnungen zu dem Kursdesaster. SLM leidet unter der allgemeinen Investitionszurückhaltung der Automobilindustrie, dessen Unternehmen Großkunden bei SLM sind. Auch die allgemein erhöhte Wettbewerbsintensität im Bereich 3D Druck macht dem Unternehmen zu schaffen. Der Technologievorsprung von SLM schmilzt.

Obwohl der Aktienkurs stark gefallen ist, könnte die Talfahrt noch weiter gehen. Erste Analysten haben Kursziele von 3 Euro ausgegeben. SLM wächst nicht, sondern schrumpft. Seit der Warnung im Dezember muss davon ausgegangen werden, dass die Umsätze 2018 unter 80 Millionen liegen und Verluste erwirtschaftet werden. Bei einer derzeitigen Marktkapitalisierung von etwa 110 Millionen ist das eine ambitionierte Bewertung für ein Unternehmen, welches zwar in einem zukunftsträchtigen Wachstumsmarkt tätig ist, jedoch schrumpft. Das Umsatzziel von 500 Millionen Euro bis 2022 wird nicht erreicht werden können.

Jetzt hat der Aufsichtsrat mit Meddah Hadjar zum 01. Mai einen neuen CEO berufen. Dieser hat internationale Erfahrung im Produktmanagement und der Fertigung. In den letzten zwei Jahrzehnten hatte er wichtige Managementpositionen in der Flugzeugsparte sowie der Kraftwerkssparte von General Electric in den USA inne, lebt und arbeitet jedoch als Leiter GE Additive Laser Products seit 2017 in Deutschland. Der Wechsel überrascht nicht, schließlich wurde im letzten November bereits bekannt, dass der bisherige CFO und Sprecher des Vorstands, Uwe Bögershausen, das Unternehmen spätestens Ende Juni 2019 verlassen wird.

Da GE bereits versucht hat SLM zu 38 Euro zu übernehmen spekulieren erste Investoren erneut auf eine Übernahme nachdem ein GE Manager nun das Unternehmen führt. Wir sehen dies nicht als realistisch an. Der aktive Investor Elliott, welcher bereits vor zwei Jahren die Übernahme zu 38 Euro torpedierte, hält nach wie vor über 22% an SLM Solutions. Sollte GE wider Erwarten ein Angebot vorlegen könnte sich das Szenario wiederholen. Die Aktie sollte weiterhin beobachtet werden wobei wir Dank der Hoffnung auf den neuen Vorstand eine Chance sehen, dass der Aktienkurs sich kurzfristig von den Tiefstständen erholen wird.

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