Raiffeisen Bank International – Baut Unterbewertung ab

Bildquelle: Raiffeisen Bank International AG

Wie wir geschrieben haben richtete sich der Fokus der deutschen Anleger bei Bankaktien zuletzt auf die Fusionsgespräche zwischen Commerzbank und der Deutschen Bank. Wir warfen einen Blick über den Tellerrand und fanden bei unseren deutschsprachigen Nachbarn in Österreich die interessante Anlagemöglichkeit in Aktien der Raiffeisen Bank International.

Das Institut entstand 2017 aus der Verschmelzung der Raiffeisen Zentral Bank (RZB) Österreich in die börsennotierte Tochtergesellschaft Raiffeisen Bank International (RBI), in welcher bis dahin das Osteuropa und Russlandgeschäft gebündelt war. Nun ist Raiffeisen einerseits als Kommerz- und Investmentbank in Österreich und andererseits als Universalbank in Zentral- und Osteuropa (Cental and Eastern Europe, CEE) tätig.

Der letztere Teil ist besonders interessant, da in diesen Märkten die Zinsmargen hoch sind und auch das Kreditvolumen tendenziell weiter anwächst. Dies belegen die 2018er Zahlen deutlich. Das Konzernergebnis stieg um 14% auf 1,27 Milliarden Euro (damit verdient die wesentlich kleinere Raiffeisen mehr als Deutsche und Commerzbank zusammen) da sich einerseits der Zinsüberschuss erhöhte und andererseits die Rückstellungen für faule Kredite zurück gingen. Das Kreditvolumen erhöhte sich um 4% obwohl die Tochtergesellschaft in Polen im Berichtszeitraum mangels Größe verkauft wurde. Die Dividende je Aktie wurde von 62 auf 93 Cent angehoben. Dies zeigt wie ertragsstark und billig die Aktie ist. Die Ausschüttungsquote beträgt nur 24% des Überschusses, was dennoch zu einer Dividendenrendite von fast 5% führt. Das Kurs Gewinn Verhältnis für 2018 beträgt extrem geringe 5. Für das laufende Jahr rechnen die Analysten sogar mit einer erneuten Erhöhung der Dividende.

Die Aktie kommt aufgrund der Aktivitäten in Märkten wie Russland ständig unter Beschuss, beispielsweise wenn es zu erneuten Sanktionen gegen das Land kommt. Das dortige Inlandsgeschäft ist davon zwar nicht betroffen, dennoch strafen die Anleger die Aktie regelmäßig ab. Wir rieten bei unter 20 Euro zum Kauf der Aktie, welche sich nun auf 23,50 erholt hatte.  Zuletzt wurde bekannt, dass Raiffeisen Interesse hat das sich in ungarischem Staatsbesitz befindliche Institut Budapest Bank zu übernehmen. Nach dem größenbedingten Rückzug aus Polen ist die Bank damit wieder in Kauflaune. Die Aktie sollte nah wie vor zugekauft werden.

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