Osram – Wird das Unternehmen nun übernommen?

Bildquelle: Osram AG

Der Münchner LED Hersteller Osram AG aus München produziert mit 25.000 Mitarbeitern elektrische und elektronische Leuchtmittel in 33 Werken in 14 Ländern. Osram war 35 Jahre lang eine 100%ige Tochtergesellschaft von Siemens, ehe das Unternehmen im Rahmen eines Spin Offs von Siemens an die Börse gebracht wurde. Der Grundstein für das Wachstum des Unternehmens war die Erfindung der Wolframglühlampe im Jahr 1905, welche später zum Patent angemeldet wurde. Schon bald darauf expandierte Osram europaweit.

Die Produktpalette umfasst heute Leuchten, Halogen-, LED- und Leuchtstofflampen, LED Module, Infrarot Komponenten, optische Sensoren, Steuer-, Vorschalt- und elektrische Betriebsgeräte. In den letzten Jahren konnte vor allem der LED Bereich starkes Wachstum verzeichnen. Osram vollzog einen Wandel hin vom klassischen Leuchtmittelhersteller zu einer Fokussierung auf LED. Im Zuge dessen wurde das Geschäft mit Glühlampen und LED Lampen für Außenbeleuchtung 2016 abgespalten.

Das nun runderneuerte Unternehmen weckt Begehrlichkeiten. Noch vor wenigen Wochen treiben erneut Spekulationen um eine Übernahme den Aktienkurs. Konkret sollen die Private Equity Unternehmen Bain und Carlyle ein Angebot vorbreiten. Der Osram Aktienkurs schoss daraufhin nach oben. Wir rieten Anlegern damals zur Vorsicht, da die Gerüchte um eine Übernahme bereits seit letztem Jahr am Markt die Runde machen.

Gestern kurz vor Handelsschluss senkte Osram die Prognosen. Grund ist wie bei vielen Unternehmen eine geringere Nachfrage und aufbauende Lagerbestände in China. Branchenübergreifend zeigt sich bei Osram eine Schwäche in der Automobilindustrie, der Allgemeinbeleuchtung und bei mobilen Endgeräten. Zudem verweist das Unternehmen auf eine allgemeine konjunkturelle Abkühlung und geopolitische Unsicherheiten. Besonders leidet der Bereich Opto Semiconductors, welcher eine niedrige Kapazitätsauslastung hat.

Der Umsatz soll um bis zu 14% auf Jahressicht zurück gehen. Die EBITDA Marge wird dabei auf acht bis zehn Prozent fallen. Der Free Cashflow wird ebenfalls nicht positiv ausfallen, sondern soll am Ende des Jahres minus 50 bis 150 Millionen Euro betragen. Um gegen zu steuern sollen durch verschiedene Programme die jährlichen Kosten bis 2021 um über 200 Millionen gesenkt werden. Ob die Warnung die Übernahmeinteressenten abschreckt ist nicht vorherzusehen. Angesichts des gestrigen Kursrutsch von 13% nahe der Zwölfmonatstiefststände würde die Übernahme aber in jedem Fall billiger werden.

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