Bayer AG – Wie hoch kann die Aktie steigen?

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Bayer hat zuletzt hervorragende Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt. Der Umsatz konnte von 35 auf 39,6 Milliarden Euro gesteigert werden. Das bereinigte EBITDA fiel mit 9,5 Milliarden Euro wie der Umsatz höher aus als von Analysten erwartet. Besonders stark war nach der Monsanto Übernahme der Bereich CropScience, in dem das Ergebnis um 79% anzog. Die Dividende wird mit 2,80 Euro auf Vorjahresniveau gehalten. Dass unter dem Strich ein Verlust anfiel lag an Einmalkosten wie Abschreibungen in der Consumer Health Sparte und Integrationskosten für Monsanto. Besonders wichtig ist, dass der Ausblick bestätigt wurde. Für 2019 rechnet das Unternehmen bereits mit einem Umsatz von 46 Milliarden welcher bis 2022 auf 52 Milliarden Euro anwachsen soll. Der Gewinn je Aktie soll noch stärker von 6,8 Euro in 2019 auf 10 Euro erhöht werden.

Obwohl der Ausblick gut ist, wird weiter an der Kostenschraube gedreht. So will Bayer weitere 12.000 Stellen abbauen. Außerdem will sich der Konzern von Randgeschäften in der Consumer Health Sparte verabschieden und plant unter anderem den Verkauf der Sonnenschutzmittelmarke Coppertone sowie Dr. Scholls.

Im der Pharmaforschung hat die US Aufsichtsbehörde Federal Drug Administration (FDA)aufgrund der Untersuchung eines externen Sponsors dem Krebswirkstoff Sorafenib den Status zur möglichen Behandlung des Demoid Tumors, welcher eine Einschränkung der Bewegungsfähigkeit hervorruft, anerkannt. Für das Krebsmittel Darolutamid, welches in Zusammenarbeit mit Orion entwickelt wird, wurde nun auch in Japan der Zulassungsantrag gestellt.

Belastet wird die Aktie weiterhin durch die Glyphospht Klagen in den USA. Die Anzahl der Klagen hat sich seit Oktober um 1.200 auf mittlerweile 11.200 erhöht. Gestern erlitt das Unternehmen hier einen schweren Rückschlag und hat einen wichtigen Teilprozess um die angeblichen Krebsrisiken des Unkrautvernichtungsmittels Roundup verloren. Eine sechsköpfige Jury beim Bundesbezirksgericht in San Franzisco befand einstimmig, dass Roundup ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenerkrankung des Klägers gewesen ist. Im nächsten Teil des Verfahrens geht es darum die Haftungsfragen zu klären und zu entscheiden, in wie weit Monsanto den Kläger über die Risiken im Unklaren ließ und wie hoch ein eventueller Schadenersatz ausfallen wird. Bayer ist von dem Urteil enttäuscht, geht aber davon aus im zweiten Teil des Prozesses beweisen zu können, dass glyphosphatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen können. Da Monsantos Verhalten angemessen war ist Bayer laut eigenen Angaben nicht haftbar zu machen. Der Prozess ist immens wichtig, da es sich um einen Musterfall in einem Musterverfahren handelt mit dem das Ausmaß von Schäden und die Höhe der Schadenersatzansprüche für viele weitere Klagen abgeschätzt werden soll. Beim zuständigen Richter Vince Chhabria laufen hunderte Klagen von verschiedenen Parteien zusammen. Nachdem in einem anderen Verfahren eine Jury letzten August 289 Millionen Dollar Schadenersatz zusprach kam die Klagewelle ins Rollen. Zwar wurde das Strafmaß später auf 78 Millionen reduziert, das Urteil aber belassen. Bayer ging zuletzt weiter davon aus, keinerlei Schadenersatzansprüche bedienen zu müssen. Alleine für Rechtsanwaltskosten wurden 661 Millionen Euro an Rückstellungen gebildet.

Der Aktienkurs kommt nach der Meldung um etwa 10% unter Druck. Hier könnte sich erneut eine Einstiegschance bieten. Bei dem Blutverdünnungsmittel Xarelto gab es ebenso viele Klagen und Bayer hat alle Fälle gewonnen. So könnte es auch mit Glyphosphat laufen. Wir rechnen mit einer mittelfristigen Erholung der Aktie auf 130 Euro.

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