Bayer AG –Vergleich billiger als erwartet. Aktie sollte zugekauft werden

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Der Pharma- und Agrarkonzern Bayer kommt nicht zur Ruhe. Zuletzt erlitt das Unternehmen einen schweren Rückschlag und hat einen wichtigen Teilprozess um die angeblichen Krebsrisiken des Unkrautvernichtungsmittels Roundup verloren. Eine sechsköpfige Jury beim Bundesbezirksgericht in San Franzisco befand einstimmig, dass Roundup ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenerkrankung des Klägers gewesen ist. Im nächsten Teil des Verfahrens geht es darum die Haftungsfragen zu klären und zu entscheiden, in wie weit Monsanto den Kläger über die Risiken im Unklaren ließ und wie hoch ein eventueller Schadenersatz ausfallen wird. Bayer ist von dem Urteil enttäuscht, geht aber davon aus im zweiten Teil des Prozesses beweisen zu können, dass glyphosphatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen können. Da Monsantos Verhalten angemessen war ist Bayer laut eigenen Angaben nicht haftbar zu machen. Der Prozess ist immens wichtig, da es sich um einen Musterfall in einem Musterverfahren handelt mit dem das Ausmaß von Schäden und die Höhe der Schadenersatzansprüche für viele weitere Klagen abgeschätzt werden soll. Beim zuständigen Richter Vince Chhabria laufen hunderte Klagen von verschiedenen Parteien zusammen. Nachdem in einem anderen Verfahren eine Jury letzten August 289 Millionen Dollar Schadenersatz zusprach kam die Klagewelle ins Rollen. Zwar wurde das Strafmaß später auf 78 Millionen reduziert, das Urteil aber belassen. Bayer ging zuletzt weiter davon aus, keinerlei Schadenersatzansprüche bedienen zu müssen. Alleine für Rechtsanwaltskosten wurden 661 Millionen Euro an Rückstellungen gebildet.

Derzeit sind die Schadenersatzforderungen und Summen, um die es in den Klagen geht noch riesig. Wie es laufen kann wurde jetzt in den Verfahren bezüglich des Blutverdünners Xarelto mit dem Wirkstoff Rivaroxaban deutlich. Gestern teilte das Unternehmen mit, dass mit etwa 24.900 Klägern ein Vergleich über insgesamt 775 Millionen US Dollar geschlossen wurde nachdem Bayer bisher sechs Mal vor Gericht siegen konnte. Runtergerbrochen erhält jeder Kläger also etwa „nur“ 31.000 US Dollar. Bayer hatte das Medikament zusammen mit Janssen entwickelt. Die beiden Unternehmen werden sich die Vergleichszahlung teilen, mit welche nahezu alle Klagen in den USA sofort beigelegt werden. Insgesamt kostet dies Bayer also keine 400 Millionen US Dollar wobei Bayer davon ausgeht, einen Teil der Zahlung von einer abgeschlossenen Produkthaftpflichtversicherung erstattet zu bekommen. Mittelfristige negative Presse und enorme Rechtsanwaltskosten können so vermieden werden, auch wenn Bayer davon ausgeht sämtlichen weiteren Prozesse gewinnen zu können. Die Beilegung ist besonders wichtig, da Xarelto mit einem Umsatz von zuletzt 3,6 Milliarden US Dollar das umsatzstärkste Medikament von Bayer ist und auch im letzten Jahr zweistellige Zuwachsraten aufwies.  

Angesichts hervorragender Zahlen wird sich der Aktienkurs unserer Meinung nach nachhaltig erholen werden. Die derzeitigen Klagen zu Glyphosphat belasten immer wieder und führen zu Kursrücksetzern. Diese sollten zu Zukäufen genutzt werden.

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