Bayer AG – 100% Kursgewinn sind möglich

Quelle: Bayer AG

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Operativ läuft es bei Bayer rund. Nachdem bereits das Jahr 2018 gut gelaufen ist und eine Rekorddividende von 2,80 je Aktie ausgeschüttet wurde, startete das Unternehmen operativ gut ins neue Jahr. Ein starkes Pharmageschäft und die Übernahme des Saatgutherstellers Monsanto treiben die Umsätze und Gewinne weiter an. In der Agrarsparte profitierte das Unternehmen vom Wachstum in Nord- und vor allem Lateinamerika. Im Pharmabereich wurde mit dem Gerinnungshemmer Xarelto und dem Augenmedikament Eylea besonders verdient. Der Umsatz konnte im ersten Quartal um 42,4% auf 13 Milliarde Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis EBITDA schnelle ebenso um 44,6% auf 4,2 Milliarden Euro in die Höhe. Ganz wichtig ist, dass der Ausblick für das laufende Jahr wie schon bei der Vorlage der Jahreszahlen bestätigt wurde.

Die Klagen wegen dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosphat nehmen hingegen weiter zu. Zuletzt waren es rund 13.400. Im Februar erlitt Bayer einen schweren Rückschlag und hat einen wichtigen Teilprozess um die angeblichen Krebsrisiken des Unkrautvernichtungsmittels Roundup verloren. Eine sechsköpfige Jury beim Bundesbezirksgericht in San Franzisco befand einstimmig, dass Roundup ein wesentlicher Faktor für die Lymphdrüsenerkrankung des Klägers gewesen ist. Im nächsten Teil des Verfahrens geht es darum die Haftungsfragen zu klären und zu entscheiden, in wie weit Monsanto den Kläger über die Risiken im Unklaren ließ und wie hoch ein eventueller Schadenersatz ausfallen wird. Bayer ist von dem Urteil enttäuscht, geht aber davon aus im zweiten Teil des Prozesses beweisen zu können, dass glyphosphatbasierte Herbizide keinen Krebs verursachen können. Da Monsantos Verhalten angemessen war ist Bayer laut eigenen Angaben nicht haftbar zu machen.

Nachdem in einem anderen Verfahren eine Jury letzten August 289 Millionen Dollar Schadenersatz zusprach kam die Klagewelle ins Rollen. Zwar wurde das Strafmaß später auf 78 Millionen reduziert, das Urteil aber belassen. Bayer ging zuletzt weiter davon aus, keinerlei Schadenersatzansprüche bedienen zu müssen. Alleine für Rechtsanwaltskosten wurden 661 Millionen Euro an Rückstellungen gebildet.

Zuletzt gab es jedoch positive Nachrichten aus den USA. Die US Gesundheitsbehörde Environmental Protection Agency (EPA) stufte das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosphat bei vorschriftsmäßiger Anwendung weiterhin als nicht krebserregend ein und sieht keine Risiken für die öffentliche Gesundheit. Dies könnte in den anstehenden Berufungsverfahren ein sehr wichtiges Argument für Bayer sein.

Derzeit sind die Schadenersatzforderungen und Summen, um die es in den Klagen geht noch riesig. Wie es laufen kann wurde in den Verfahren bezüglich des Blutverdünners Xarelto mit dem Wirkstoff Rivaroxaban deutlich. Bayer konnte am Ende mit etwa 24.900 Klägern einen Vergleich über insgesamt 775 Millionen US Dollar schließen. Runtergerbrochen erhält jeder Kläger also etwa „nur“ 31.000 US Dollar. Bayer hatte das Medikament zusammen mit Janssen entwickelt. Die beiden Unternehmen werden sich die Vergleichszahlung teilen, mit welche nahezu alle Klagen in den USA sofort beigelegt werden. Insgesamt kostet dies Bayer also keine 400 Millionen US Dollar wobei Bayer davon ausgeht, einen Teil der Zahlung von einer abgeschlossenen Produkthaftpflichtversicherung erstattet zu bekommen. Mittelfristige negative Presse und enorme Rechtsanwaltskosten können so vermieden werden. Die Beilegung ist besonders wichtig, da Xarelto mit einem Umsatz von zuletzt 3,6 Milliarden US Dollar das umsatzstärkste Medikament von Bayer ist und auch im letzten Jahr zweistellige Zuwachsraten aufwies.  

Die Bayer Aktie fiel aufgrund der Glyphospha Klagen auf ein sieben Jahres Tief, stabilisierte sich zuletzt aber um die 60 Euro Marke. Wir gehen davon aus, dass sich das Unternehmen nachhaltig von den aktuellen Kursen erholen können wird und sehen Chancen auf eine Kursverdopplung.

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